Mai 14 2010
Ein amerikanischer Briefkasten – etwas Ausgefallenes
Viele Modetrends in Deutschland stammen aus den USA, nicht nur Fast Food und Rock ’n Roll haben ihren Weg gefunden, auch ein amerikanischer Briefkasten ist immer häufiger anzutreffen.
Die ersten Nachrichten wurden von den Babyloniern in Tontafeln geritzt, im Alten Ägypten wurde Papyri verwendeten, die antiken Römer und Griechen nutzten Holztafeln, die mit Wachs beschichtet waren. Das Schöpfsieb für Papier wurde zwischen 300 und 600 in Asien erfunden, zum Massenartikel wurde Papier allerdings erst ab dem 15. Jahrhundert. Je mehr Menschen die Möglichkeit besaßen, Informationen durch einen Brief zu übermitteln, desto interessanter wurde die Frage des Versandes. Seefahrer legten ihre Post unter Steine an stark frequentierten Stellen und hofften, dass andere Schiffe ihre Post mit in die Heimat nahmen, ab 1633 gab es in der Stadt Liegnitz den ersten Briefkasten. Frankreich besaß ab 1653 eine Stadtpost, 1809 gab es in England Briefkästen, ab 1824 wurden in ganz Preußen Briefkästen aufgehängt. Cave Johnson (1793-1866), der amerikanische Postminister, führte nicht nur 1847 die Briefmarke, sondern auch die Briefkästen in den amerikanischen Großstädten ein, auf ihn geht auch der regelmäßige Verkehr von Postschiffen nach Europa zurück.
Um an seine Post zu gelangen, musste nicht nur in Europa die Poststelle aufgesucht werden, so wurde schon früh über Verbesserungen nachgedacht. Mit Einführung des Hausbriefkastens wurde Boten die Zustellung erleichtert, die Empfänger konnte so selbst bei Abwesenheit ihre Post erhalten. Aufgrund der großen Entfernungen zwischen den Farmen war die europäische Lösung mit Schlitz in der Tür in den USA nicht so gut geeignet. In den Staaten stellte und stellt der Empfänger am Straßenrand einen Pfosten mit einem Rohr am Ende auf, an dem Rohr ist ein Fähnchen angebracht, welches normalerweise eingeklappt ist. Wirft der Briefbote Post ein, stellt dieser das Fähnchen nach oben, der Empfänger kann so schon von Weitem erkennen, ob sich der Weg zum Briefkasten lohnt. Ein amerikanischer Briefkasten sieht so nicht nur interessant aus, er ist, gerade auf dem Land, auch sehr zweckmäßig – sowohl für Boten als auch Postempfänger. In Deutschland findet sich inzwischen, gerade auf dem Land, ebenfalls an vielen Einfahrten ein amerikanischer Briefkasten, aber auch bei Privatgrundstücken in den Städten ist er immer häufiger anzutreffen.